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Herr der Dinge, die uns stressen

„The freedom to be lords of our own tiny skull-sized kingdoms“

David Foster Wallace, amerikanischer Schriftsteller

Wir sind Herr über unsere Gedanken. Häufiger sind wir jedoch Gefangene derselben Gedanken, die gleichzeitig den Schlüssel ihres Gefängnisses mit sich herumtragen. Das Schwierige ist, sich dieser Tatsache bewusst zu machen.

Warum sind wir Gefangene? Weil wir manchmal reflexartig reagieren und nicht bewusst handeln, Weil wir von äußeren Reizen getriggert werden, ohne das wir wissen warum. Weil wir unseren individuellen Filter, den wir über Situationen legen, gar nicht mehr bemerken. Was hat das alles mit Stress zu tun? Erst einmal beginnt es mit einem grundlegenden Verständnis von Stress. Wikipedia definiert Stress als eine „durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen.“

Stress kommt also nicht von außen, sondern entsteht im Inneren, durch die „psychischen und physischen Reaktionen“, die wir auf welche Reize auch immer haben. Wir entscheiden und definieren also selbst, in unseren „tiny skull-sized kingdoms“, was Stress für uns persönlich bedeutet. Auf was wir gestresst reagieren.

Stress im Inneren bekämpfen

Daraus folgt, dass wir nicht den Stress im Außen bekämpfen müssen, indem wir unsere Umgebung beeinflussen, sondern unsere innere Einstellungen verändern müssen, mit der wir gut gewappnet gegen äußerlichen Reize sind. Denn diese Reize von außen liegen außerhalb unserer Kontrolle. Auf unsere innere Einstellung können wir jedoch immer Einfluss nehmen. Und wir müssen unsere Reaktionen und Reizauslöser verstehen lernen, um aktiv eingreifen zu können. 

Dazu muss der Blick und das Ohr nach innen gerichtet werden. Der erste Schritt ist daher, in stressigen Situationen mental einen Schritt zurücktreten und die eigenen Reaktionen zu betrachten: Was sage ich zu mir? Warum empfinde ich diese Emotionen? Wie handle ich? Welche alten Muster stecken dahinter? 

Oft sind uns die bereits über Jahre automatisierten Abläufe und Automatismen, die wir in bestimmten Situationen abspielen, gar nicht mehr bewusst und wir daher eher ‚Abspielgeräte‘ als Menschen freien Willens. Das Abspielen von Programmen kann gerade bei wichtigen Entscheidungen und in ‚stressigen Momenten‘ verstärkt vorkommen.

Sich bewusst zu werden, dass der Schlüssel zur Kontrolle über die persönlichen Stressoren in der eigenen Tasche steckt, kann bereits viel bewirken. Auch das genaue Betrachten der eigenen Muster aus der Metaperspektive ist ein bedeutender Schritt hin zur Übernahme der Kontrolle. Die Beschäftigung mit den internen Mechanismen und deren Auslösern führt dazu, dass immer weniger äußere Reize Stress auslösen oder zumindest schnell gegengesteuert werden kann. Und wir uns aus unserem eigenen Gefängnis befreien können.