Dienstag, 24 Februar 2026 10:53

Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt

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Reform des Gebäudeenergiegesetzes sorgt für Debatte über 65 Prozent Erneuerbare und Bezahlbarkeit. Reform des Gebäudeenergiegesetzes sorgt für Debatte über 65 Prozent Erneuerbare und Bezahlbarkeit. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die schwarz-rote Koalition treibt die Reform des Gebäudeenergiegesetzes voran. Noch in dieser Woche sollen zentrale Eckpunkte präsentiert werden. SPD und Union signalisieren Einigkeit. Gleichzeitig bleiben Details umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Matthias Miersch und Jens Spahn zur Reform

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch kündigte an, dass die Eckpunkte für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz noch in dieser Woche vorgelegt werden sollen. Er sprach im Bericht aus Berlin von intensiven Verhandlungen. Die Positionen hätten teils weit auseinandergelegen. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, zeitnah ein tragfähiges Konzept zu präsentieren.

Auch Unions-Fraktionschef Jens Spahn betonte die Bedeutung einer ausgewogenen Lösung. Es gehe darum, Bezahlbarkeit für Bürgerinnen und Bürger mit wirksamem Klimaschutz zu verbinden. Der Eindruck staatlicher Eingriffe in private Heizkeller müsse vermieden werden. Gleichzeitig bleibe die Reduzierung der CO2-Emissionen verbindliches Ziel der Bundesregierung. Mehr zu politischen Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen mehr erfahren.

Gebäudeenergiegesetz der Ampelkoalition

Das Gebäudeenergiegesetz wurde in der früheren Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP beschlossen. Es regelte den schrittweisen Austausch von Öl- und Gasheizungen. Ziel war der Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen. Umgangssprachlich wurde es häufig Heizungsgesetz genannt.

Union und SPD vereinbarten im Koalitionsvertrag die Abschaffung des Gesetzes. An seine Stelle soll das Gebäudemodernisierungsgesetz treten. Kernpunkt der bisherigen Regelung war die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Genau diese Quote wird innerhalb der Union infrage gestellt.

Offen sind vor allem 2 Punkte

  • das künftige Förderkonzept
  • die konkreten Fristen für den Austausch bestehender Anlagen

Viele Heizungsbauer forderten laut Miersch weniger Bürokratie. Zudem hätten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger verunsichert gezeigt. Hinweise zu Schutz vor Frost zeigen, wie stark Heiztechnik auch im Alltag eine Rolle spielt.

Weitere Informationen zum gesetzlichen Rahmen bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unter Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Jens Spahn und Wirtschaft in Deutschland

Spahn verwies auf die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland. Ob neues Wachstum entstehe, bezeichnete er als Schicksalsfrage der Nation. Bislang erkenne man nur ein kleines Pflänzchen. Das reiche nicht aus.

Er nannte mehrere Handlungsfelder

  1. Senkung der Lohnnebenkosten
  2. Abbau von Bürokratie
  3. Reformen bei Rente und Krankenversicherung

Die Bundesregierung habe dazu Kommissionen eingesetzt. Ergebnisse würden in den kommenden Monaten erwartet. Spahn räumte ein, dass manche Probleme hausgemacht seien. Andere EU-Staaten wie Dänemark oder Polen verzeichneten deutlich stärkere Wachstumsraten. Wie Infrastrukturprojekte diskutiert werden, zeigt auch die geplante Bahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld.

Katharina Dröge und 65-Prozent-Vorgabe

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, warnte vor einer Aufweichung der 65-Prozent-Regel für Erneuerbare Energien. Diese Vorgabe sei der Kern des Klimaschutzes im Gesetz. Würden CDU und SPD sie aufgeben, steige die Abhängigkeit von fossilem Gas erneut.

Sie betonte, dass Deutschland seine Klimaziele sonst nicht erreichen könne. Damit bleibt die Reform politisch umkämpft. Die Vorlage der Eckpunkte wird zeigen, wie weit die Koalition von der bisherigen Regelung abrückt.

FAQ

Was soll das Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzen?

Es soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz ersetzen, das in der Ampelkoalition beschlossen wurde und den schrittweisen Austausch von Öl- und Gasheizungen regelte.

Wann werden die Eckpunkte vorgestellt?

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch kündigte an, dass die Eckpunkte noch in dieser Woche vorgelegt werden sollen.

Was war die zentrale Vorgabe im bisherigen Gesetz?

Kern der bisherigen Regelung war die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.

Welche Punkte sind zwischen Union und SPD noch umstritten?

Uneinigkeit besteht insbesondere beim künftigen Förderkonzept sowie bei den konkreten Fristen für den Austausch bestehender Heizungsanlagen.

Welche wirtschaftlichen Aspekte betonte Jens Spahn?

Er verwies auf die schwache Wirtschaftslage in Deutschland und nannte als zentrale Themen die Senkung der Lohnnebenkosten, den Bürokratieabbau sowie Reformen bei Rente und Krankenversicherung.

Welche Kritik äußerte Katharina Dröge?

Sie warnte davor, die 65-Prozent-Vorgabe für Erneuerbare Energien aufzugeben, da dies aus ihrer Sicht die Abhängigkeit von fossilem Gas erhöhen und die Klimaziele gefährden würde.

Quelle: Berliner Morgenpost, SN2 WORLD