Freitag, 15 August 2025 12:05

Mordfall Büker neu aufgerollt

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Ermittler prüfen neue Spuren im Fall Büker Ermittler prüfen neue Spuren im Fall Büker pixabay/Foto illustrativ

Die Polizei in Bielefeld rollt den ungeklärten Mord an Erhard Büker aus dem Jahr 1990 erneut auf. Der 52-Jährige wurde damals tot auf einem Spielplatz im Ostmannturmviertel gefunden. Neue kriminaltechnische Untersuchungen liefern entscheidende Spuren. Ermittler hoffen, den Täter nach 35 Jahren überführen zu können.

Inhaltsverzeichnis:

Neue Analyse im Sommer 2024

Im März 1990 entdeckten Kinder die Leiche von Erhard Büker auf einem Spielplatz in der Innenstadt. Die Obduktion ergab, dass er durch massive, stumpfe Gewalt gegen den Kopf getötet wurde. Seine Geldbörse mit etwa 200 D-Mark und einer EC-Karte fehlte. Ermittlungen ergaben, dass Büker regelmäßig im Umfeld des Bielefelder Bahnhofs verkehrte und dort Kontakte suchte. Am Vorabend der Tat wurde er zuletzt gegen Mitternacht am Bahnhofsvorplatz gesehen.

Bereits 2003 wurden DNA-Spuren am Leichnam festgestellt. Sie waren damals jedoch nicht ausreichend, um eine maschinelle Auswertung vorzunehmen. Die Ermittlungsgruppe Cold Case des Polizeipräsidiums Bielefeld ließ im Sommer 2024 das Spurenmaterial mit modernsten Methoden erneut analysieren. Die Ergebnisse bestätigen die Übereinstimmung mit den 2003 gesicherten Spuren und ermöglichen nun eine eindeutige Identifizierung.

Geplante DNA-Reihenuntersuchung

Das Amtsgericht Bielefeld ordnete eine umfassende DNA-Reihenuntersuchung an. Rund 100 bekannte Kontaktpersonen des Opfers sollen erneut aufgesucht werden, um Vergleichsspeichelproben zu entnehmen. Die Proben werden mit den Tatortspuren abgeglichen und anschließend vernichtet, sofern kein Treffer vorliegt.

Ermittler schließen nicht aus, dass der Täter aus dem Umfeld der männlichen Prostituierten am Bielefelder Bahnhof stammt. Auch eine Tatmotivation aus Abneigung gegen diese Szene wird in Betracht gezogen. Möglich ist zudem, dass der Täter im Laufe der Jahre mit anderen über die Tat gesprochen hat.

Belohnung für Hinweise

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat eine Belohnung von 3.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung und Verurteilung des Täters führen. Diese gilt nur für Privatpersonen. Zusätzlich wurden 4.000 Euro von privater Seite bereitgestellt.

  • Tatjahr: 1990
  • Opfer: Erhard Büker, 52 Jahre
  • Tatort: Spielplatz im Ostmannturmviertel, Bielefeld
  • Tatmotiv: Raub, möglicherweise auch Szene-Konflikt
  • Ermittlungsstand: DNA-Übereinstimmung, Reihenuntersuchung angeordnet
  • Belohnung: insgesamt 7.000 Euro

Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Bielefeld, Ermittlungsgruppe Cold Cases, unter 0521/545-0 entgegen.

Quelle: NW Bielefeld