Freitag, 28 November 2025 15:17

Rückgang der Geburten führt zu Kita-Schließungen in Ostwestfalen-Lippe

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
 Kitas in OWL reagieren auf sinkende Geburtenzahlen. Kitas in OWL reagieren auf sinkende Geburtenzahlen. Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Die angespannte Suche nach Kita-Plätzen könnte bald der Vergangenheit angehören. In mehreren Städten Ostwestfalen-Lippes sinkt die Zahl der Anmeldungen, während gleichzeitig weniger Kinder geboren werden. Das hat direkte Folgen für Träger, Einrichtungen und Familien in der Region.

Inhaltsverzeichnis:

Awo-kita in Herford schließt an der Diebrocker Straße

Ende Juli 2026 schließt die AWO-Kita an der Diebrocker Straße in Herford. Der Grund ist klar: Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter einem Jahr ist deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der AWO Ostwestfalen-Lippe sei die Entscheidung notwendig gewesen, auch wenn sie nicht leicht fiel. Insgesamt schließen im kommenden Sommer drei Einrichtungen verschiedener Träger in Herford.

Laut AWO-Sprecherin Birgit Kopera kann dennoch jedes Kind in der Stadt versorgt werden. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir allen einen Platz in einer Kita in der Nähe garantieren können“, so Kopera. Für viele Eltern bedeutet das jedoch einen organisatorischen Mehraufwand. Miriam Kassing, deren zwei Kinder in der Herforder AWO-Kita betreut werden, erklärte, dass eine erneute Eingewöhnung für jedes Kind nötig sei.

Weniger Geburten in Herford und Gütersloh

In ganz Ostwestfalen-Lippe werden weniger Kinder geboren als erwartet. Die rückläufige Geburtenrate betrifft Städte wie Herford, Enger und Harsewinkel. Auch dort schließen Kitas oder verkleinern Gruppen. Nach Angaben des Kreises Gütersloh bietet die Entwicklung aber auch Chancen.

  • Alte Gebäude können saniert werden.
  • Gruppen werden kleiner.
  • Kinder mit Förderbedarf erhalten mehr Aufmerksamkeit.

Die katholischen Trägergesellschaften in Paderborn und Bielefeld berichten ebenfalls über freie Plätze. In ihren 159 Kitas stehen aktuell rund 360 Betreuungsplätze leer. Das ist eine deutliche Veränderung gegenüber den Jahren zuvor, als viele Einrichtungen überfüllt waren und Wartelisten führten.

Ein weiterer Faktor ist der demografische Wandel. Die Geburtenzahlen sinken seit Jahren, und dieser Trend zeigt sich besonders deutlich in den urbanen Zentren. In Bielefeld etwa wurden seit 2021 deutlich weniger Kinder geboren.

Bauprojekte in Bielefeld werden angepasst

Die Stadt Bielefeld reagiert auf den Rückgang mit einer neuen Kita-Planung. Einige geplante Neubauten werden verkleinert oder ganz gestrichen. Andere Projekte sollen in reduzierter Form umgesetzt werden. Nur eine geringe Zahl von Kitas wird vollständig geschlossen, meist betrifft das einzelne Gruppen.

Laut Stadtverwaltung geht Bielefeld davon aus, dass sich die Geburtenrate in den kommenden Jahren wieder stabilisieren könnte. Deshalb werden viele Einrichtungen nur vorübergehend stillgelegt.

Auch kulturell ist die Stadt aktiv: Der diesjährige Weihnachtszauber in Bielefeld zieht tausende Besucher an.

Regionale Auswirkungen und Zukunftsaussichten

Der Rückgang der Geburtenzahlen verändert die gesamte Kita-Landschaft in OWL. Familien müssen sich auf Umzüge oder neue Eingewöhnungen einstellen, während Träger und Kommunen ihre Infrastruktur anpassen. Besonders betroffen sind kleinere Städte, die über weniger flexible Strukturen verfügen.

Gleichzeitig bietet die Situation Chancen: Modernisierungen können schneller umgesetzt und Personalressourcen effizienter eingesetzt werden. Während die Suche nach einem Kita-Platz früher Wochen dauerte, sind in vielen Städten nun kurzfristige Aufnahmen möglich.

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich gesellschaftliche Veränderungen auf kommunale Strukturen auswirken können. Wer in Zukunft mehr über aktuelle Entwicklungen und Ereignisse in der Region erfahren möchte, findet mehr hier.

Standort auf Google Maps prüfen:

Karte: Google Maps

Quelle:WDR, MILEKCORP

FAQ

Warum schließen Kitas in Herford?

Die Kitas in Herford schließen, weil die Zahl der Anmeldungen stark zurückgegangen ist. Es werden weniger Kinder geboren, weshalb weniger Betreuungsplätze benötigt werden.

Wann schließt die AWO-Kita an der Diebrocker Straße?

Die AWO-Kita an der Diebrocker Straße in Herford wird Ende Juli 2026 geschlossen. Der Träger AWO Ostwestfalen-Lippe hat den Schritt als notwendig bezeichnet.

Sind Familien in Herford ohne Kita-Platz betroffen?

Nein, laut AWO-Sprecherin Birgit Kopera kann jedem Kind ein Platz in einer nahegelegenen Kita angeboten werden. Es gibt genügend freie Kapazitäten.

Welche Städte sind außer Herford betroffen?

Auch in Enger, Harsewinkel, Paderborn und Bielefeld wurden sinkende Geburtenzahlen festgestellt. In diesen Städten werden Kitas geschlossen oder Gruppen verkleinert.

Wie reagiert die Stadt Bielefeld auf den Rückgang?

Bielefeld passt seine Bauprojekte an. Einige geplante Kitas werden verkleinert oder gestrichen, andere nur vorübergehend geschlossen. Die Stadt geht von einer späteren Stabilisierung der Geburtenrate aus.

Gibt es freie Kita-Plätze in Bielefeld?

Ja, die katholischen Trägergesellschaften in Paderborn und Bielefeld melden rund 360 freie Kita-Plätze in 159 Einrichtungen.

Welche Vorteile bringt der Rückgang der Geburten?

Durch den Rückgang können marode Gebäude saniert werden, Gruppen werden kleiner und Kinder mit Förderbedarf erhalten mehr Aufmerksamkeit.

Wird die Geburtenrate in Zukunft wieder steigen?

Die Stadt Bielefeld geht davon aus, dass sich die Geburtenrate in den kommenden Jahren wieder positiv entwickeln wird. Deshalb werden viele Einrichtungen nur temporär geschlossen.