Freitag, 09 Januar 2026 17:26

Winterglätte belastet Kliniken

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Glatteis führt zu mehr Einsätzen in Kliniken und Rettungsdiensten. Glatteis führt zu mehr Einsätzen in Kliniken und Rettungsdiensten. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Der Winter sorgt in Nordrhein-Westfalen für angespannte Tage im Rettungswesen. Glatte Straßen, vereiste Gehwege und angekündigter Eisregen führen zu mehr Unfällen. Die Folgen zeigen sich deutlich in den Notaufnahmen. Dort steigt die Zahl der Behandlungen spürbar. Ärztinnen und Ärzte arbeiten unter erhöhter Belastung. Vor allem Knochenbrüche und Sturzverletzungen bestimmen aktuell den Klinikalltag, ähnlich wie bei einem schweren Unfall in Bielefeld-Heepen mit erhöhtem Rettungsaufkommen.

Inhaltsverzeichnis:

St. Elisabeth Hospital Iserlohn und Diakonie Klinikum Jung-Stilling Siegen

In der Notaufnahme des St. Elisabeth Hospital in Iserlohn sowie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen behandeln die Teams derzeit viele Patientinnen und Patienten mit typischen Winterverletzungen. Dazu zählen Knochenbrüche, Bänderrisse und gebrochene Hüften. Auffällig ist der hohe Anteil älterer Menschen mit Oberschenkel- und Oberschenkelhalsbrüchen.

Dr. Jörn Worbes, leitender Arzt der Zentralen Notaufnahme im Diakonie Klinikum Jung-Stilling, rechnet wegen der Wetterprognosen nicht mit einer schnellen Entspannung. Die Entwicklung bleibt abhängig vom weiteren Verlauf des Winterwetters. Unterstützende Informationen für Betroffene finden sich auch hier.

Anne Botzen und angespannte Routine in Iserlohn

Für die medizinischen Teams ist die Situation Routine. Dennoch wird die Lage genau beobachtet. Besonders der angekündigte Eisregen steht im Fokus. Anne Botzen, Leiterin der Notaufnahme im St. Elisabeth Hospital in Iserlohn, beschreibt die Herausforderung der Planung.

„Es ist natürlich schwer planbar, wenn man nicht wirklich weiß, wie viel mehr Patienten wirklich kommen.“

Kurzfristig kann zusätzliches Personal eingesetzt werden. Ärztinnen, Pfleger und Krankenschwestern stehen auf Abruf bereit. Auch längere Schichten sind möglich, wenn die Ambulanz stark ausgelastet ist. So bleibt die Versorgung auch bei plötzlichem Anstieg der Patientenzahlen gesichert.

Feuerwehr Iserlohn und Rettungsdienste

Der angekündigte Eisregen versetzt die Feuerwehr in Iserlohn nicht in Alarmbereitschaft. Die Einsatzkräfte gelten als vorbereitet. Lediglich am vergangenen Wochenende lag die Zahl der Einsätze etwas über dem Durchschnitt.

Nicht alle Verletzten werden mit dem Rettungswagen transportiert. Viele erreichen die Krankenhäuser mit dem Taxi oder im Privatwagen. Dadurch bleibt die Belastung der Notaufnahmen hoch, vergleichbar mit Situationen, in denen Notdienste besonders gefordert sind.

Ostwestfalen-Lippe und Münsterland

In Ostwestfalen-Lippe ist die Lage unterschiedlich. Das Klinikum Bielefeld und das Evangelische Klinikum Bethel melden Glätteunfälle, jedoch keinen übermäßigen Andrang. Größere Engpässe bestehen dort aktuell nicht.

Deutlich voller war es zeitweise im Brüderkrankenhaus Paderborn. An einzelnen Tagen kamen deutlich mehr Patientinnen und Patienten, vor allem nach Sturz- und Verkehrsunfällen. Größere Operationen mussten dort teilweise warten.

Auch in den Mühlenkliniken Minden stieg die Patientenzahl an. Meist handelte es sich jedoch um vergleichsweise leichte Verletzungen.

Im Münsterland melden die Kliniken derzeit eine ruhigere Lage. Im Clemens-Krankenhaus Münster gab es am Vormittag nur wenige leichte Wetterverletzungen. Chefarzt Dr. Lars Roman Herda rechnet jedoch in der Nacht mit mehr Patienten. Über einen Eskalationsplan kann die personelle Besetzung kurzfristig erhöht werden.

Aus dem Kreis Steinfurt kommt vorerst Entwarnung. Die Behörden stehen im Austausch mit dem Bevölkerungsschutz. Eine gefährdende Wetterlage wird dort aktuell nicht erwartet.

Quelle: WDR, SN2 WORLD

FAQ

Warum steigt die Zahl der Verletzten bei Winterglätte?

Glatte Straßen und vereiste Gehwege führen zu mehr Stürzen und Verkehrsunfällen, was die Zahl der Verletzten deutlich erhöht.

Welche Verletzungen behandeln die Notaufnahmen aktuell am häufigsten?

Behandelt werden vor allem Knochenbrüche, Bänderrisse, gebrochene Hüften sowie Oberschenkel- und Oberschenkelhalsbrüche.

Welche Personengruppen sind besonders betroffen?

Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen, die nach Stürzen mit schweren Frakturen in die Kliniken eingeliefert werden.

Wie reagieren Krankenhäuser auf steigende Patientenzahlen?

Krankenhäuser können kurzfristig zusätzliches medizinisches Personal einsetzen und Schichten verlängern, um die Versorgung sicherzustellen.

Sind Rettungsdienste auf Eisregen vorbereitet?

Die Rettungsdienste gelten als auf solche Wetterlagen vorbereitet und passen ihre Einsatzplanung flexibel an das Unfallgeschehen an.

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